Müllsammelaktion & Plastikdetektive

In der letzten Woche vor den Sommerferien hat die Klasse 6a unter der Leitung von Frau Bachmann eine Müllsammelaktion durchgeführt. Etwas verspätet, aber passend zu dem neu eingeführten Müllkonzept, hier der Bericht von Frau Bachmann:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die erschreckenden Bilder von Meerestieren, die qualvoll verenden, weil sie Plastik für Nahrung hielten, die zahllosen Berichte über die enorm steigende Belastung der Meere durch den von uns entsorgten Müll führte zu dem erklärten Willen der Schüler und Schülerinnen der Klasse 6a der KHS, sich dem Thema Müll und insbesondere der Problematik des Plastiks anzunehmen.

Ziele des Projekts waren, die Schüler und Schülerinnen dafür zu sensibilisieren, dass Mülltrennung und besser noch Müllvermeidung eine immer dringlicher werdende Notwendigkeit ist. Sie sollten erfahren, dass jeder Einzelne dazu beitragen kann durch den bewussten Umgang mit Ressourcen, die anfallende Mengen an Müll deutlich zu reduzieren und somit Belastung für unsere Umwelt zu minimieren.

Die Schüler und Schülerinnen sollten erleben, dass es Spaß macht, sich gemeinsam für unsere Umwelt zu engagieren. Wie wichtig es ist, auch in einer Stadt wie Fritzlar, das Thema Müll zu thematisieren, wurde den Kindern durch die von ihnen durchgeführte Müllsammlung drastisch vor Augen geführt. In weniger als zweieinhalb Stunden sammelten sie unglaubliche Mengen an Müll und brachten ihn auf das Schulgelände.

 

 Unterstützt von unserem Hausverwalter, Herr Castein, wurde der Müll ordnungsgemäß getrennt. Dabei wurde den Schülern und Schülerinnen bewusst, wie viele Ressourcen in den von ihnen zusammengetragenen Müll steckte und wie wenig als Restmüll der thermischen Entsorgung zugeführt werden muss, wenn man den Müll trennt. Zudem konnten Pfandflaschen in Bares umgesetzt und der Klassenkasse zugeführt werden.

Am zweiten Tag konzentrierte sich die Auseinandersetzung mit dem Thema Müll auf Plastik.

Die Schüler und Schülerinnen hatten diesen Tag mit Hilfe eines Art Tagebuchs als Plastikdetektive vorbereitet. Sie sollten notieren, wo sie in ihrem Alltag mit welcher Art Plastik in Berührung kommen und welche Funktion das Plastik jeweils hat. Die einhellige Erkenntnis war, dass es im Schnitt nur zwanzig Minuten gedauert hatte, bis das Arbeitsblatt komplett gefüllt war. Auf diese Art und Weise auf die allgegenwärtige Verwendung von Plastik in unserem Alltag sensibilisiert, ging es darum, die Frage danach zu beantworten, an welchen Stellen es uns möglich wäre, auf Plastik zu verzichten.

In Kleingruppen schwärmten die Kinder aus und besuchten unterschiedliche Geschäfte und drehten kleine Videoszenen, in denen sie ihre Erkenntnisse präsentierten.

Die Erkenntnis dieses Tages war eindeutig und vorhersehbar:

Viele der angebotenen Produkte sind viel zu aufwändig, teilweise unnötig verpackt. Plastik könnte an vielen Stellen eingespart werden. Und – jeder von uns kann dazu beitragen, dass einerseits das Problem gesehen wird und andererseits jeder Einzelne durch bewusste Entscheidungen beim Konsumieren Einfluss nehmen kann.

Abgerundet wurden die beiden Tage durch ein gemeinsames Frühstück in der Schule, bei dem Verpackungsmüll tabu war, das heißt im Anschluss KEIN Müll anfiel.

Perspektivisch strebt die Klasse an, in Zusammenarbeit mit Herrn Castein und Herrn Dilcher, die Schulgemeinde dazu zu animieren, durch Mülltrennung in der Schule, das Volumen des in der Schule anfallenden Restmülls zu reduzieren.

Beim nächsten Wandertag wird die Klasse das Zero Waste Geschäft „Wunderbar unverpackt“ in Göttingen besichtigen. Im Schulalltag werden diese Schüler und Schülerinnen darauf achten, dass Blätter immer auch rückseitig beschriftet werden, dass statt der Papiermüll provozierenden Collegeblöcke, Abreißblöcke gekauft werden und dass Bücher vielleicht sogar nicht in Plastik eingeschlagen werden, sondern in Altpapier.

 

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