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Besuch der Klasse 10d in der Gedenkstätte Breitenau

Die Klasse 10d hat am 18. Oktober 2018 die Gedenkstätte Breitenau besucht und sich dort über die Geschichte des Nationalsozialismus in Nordhessen informiert und dazu gearbeitet.

Nach der Machtübernahme Hitlers im Januar 1933 setzte die Verhaftungswelle der SS und SA bei politischen Gegnern ein. Auch wegen des Reichstagsbrandes in der Nacht vom 27. auf den 28. Februar 1933 waren die Gefängnisse überfüllt. Innerhalb weniger Monate wurden 10.000 Sozialdemokraten, Kommunisten sowie Gewerkschaftler an improvisierten Haftorten gefangengehalten. Auch das KZ in Breitenau diente von 1933 bis 1934 als eine Art Gefängnis, wo die Gefangenen misshandelt und gefoltert wurden. Die Festnahme erfolgte ohne richterlichen Beschluss oder ein Gerichtsverfahren. Durch die Reichstagsbrandverordnung wurde die persönliche Freiheit sowie die freie Meinungsäußerung beschränkt, was die Festnahme politisch Andersdenkender vereinfachte.

1934 wurde das Lager jedoch wieder aufgelöst und sechs Jahre später wurde im Sommer 1940 während des Zweiten Weltkrieges ein Arbeitserziehungslager erbaut. Die Gebäude dieses Lagers dienten aber nicht nur als ein Gefängnis, sondern auch als eine Kirche, denn vor der Machtübernahme stand dort bereits ein Kloster, welches aber später als eine Art Pferdestall benutzt wurde.

In dem Arbeitserziehungslager wurden insgesamt ca. 8500 sog. Schützlinge inhaftiert, hauptsächlich Zwangsarbeiter/innen aus den späteren Ostblockstaaten. Die Arbeiter aus den besetzten Ländern sollten die Wirtschaft Deutschlands vorantreiben, doch sie wurden auch teils wegen der rassistischen Ideologie der Nationalsozialisten mit dem Ziel der Schikane eingesetzt. Die „rücksichtslose Germanisierung“ und Ausbreitung in den Osten waren zwei Hauptziele der Außenpolitik Hitlers. Die meisten Arbeiter blieben ungefähr 8 Wochen lang und wurden danach wieder in der Produktion eingesetzt oder in ein Vernichtungslager deportiert.

Das durchschnittliche Alter der Gefangenen lag zwischen 17 und 30 Jahren. Es gab aber auch deutsche Gefangene: kritische Arbeiter, Juden und oppositionelle „Volksfeinde“.

Es war ein sehr interessanter und informativer Ausflug zu der Gedenkstätte in Breitenau. Durch den Besuch wurde verdeutlicht, mit welchen Mitteln die Nationalsozialisten auch in unserer unmittelbaren Umgebung gegen politisch Andersdenkende vorgegangen sind und wie die Bevölkerung in der Nachbarschaft des Lagers damit umgegangen ist. Dies konnte nach einer Führung durch das Lager durch selbstständige Arbeit der Schülerinnen und Schüler an Akten aus dem Archiv des Lagers vertieft werden. Somit bot der Besuch der Klasse 10d eine Vertiefung und Veranschaulichung des im Geschichtsunterricht Gelernten.

Text: S. Mutluer, U. Behrens; Foto: U. Behrens

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