Autoren- und Zeitzeugengespräch zur Kasseler Bombennacht vom 22.10.1943

Am 08.11.2018 hatten die Schülerinnen und Schüler der Q3 die Gelegenheit, auf einen Zeitzeugen zu treffen, der die Bombennacht in Kassel am 22.10.1943 als Siebenjähriger selbst miterlebt hat.

Zu Beginn erläuterte Herr Thomas Siemon, der Autor von „Trümmer, Tod und Tränen“, sein Buchprojekt anlässlich des 75. Jahrestages der Kasseler Bombennacht. So musste er rund 170 Zeitzeugengespräche führen und auswerten. Seine Motivation und die vieler Zeitzeugen sei, dass die Zerstörung Kassels im Zweiten Weltkrieg niemals in Vergessenheit geraten soll, damit sich so etwas Schlimmes niemals wiederhole.

Hieran anknüpfend berichtete der Lehrer im Ruhestand Herr Hansgeorg Kling über seine Eindrücke dieser Nacht, in der ca. 400.000 Bomben innerhalb einer dreiviertel Stunde auf Kassel fielen. Im Anschluss stellte er sich bereitwillig den Fragen der Schülerinnen und Schüler der Geschichtskurse von Herrn Schmidt und Frau Sebald.

 

Das Auditorium war von der persönlichen und sehr detaillierten Beschreibung von Herrn Kling beeindruckt, besonders als Herr Kling schilderte wie er die Bombardierung im Keller seines Wohnhauses mit den Einschlägen ringsum, der Erschütterung der Kellerwände und dem aufwirbelnden Staub erlebt hat. Wie viele andere hatten er und seine Familie es zeitlich nicht mehr geschafft, Zuflucht im sichereren Weinbergbunker zu finden. Der Feuerschein, der von Kassel nach der Bombardierung ausging, sei bis Fritzlar, Melsungen, Marburg und Göttingen zu sehen gewesen. Einige Häuser brannten sogar noch Tage später.

Während der Befragung durch die Schülerinnen und Schüler wurde allen Anwesenden bewusst, dass wir uns es überhaupt nicht vorstellen können, wie es ist, von jetzt auf gleich vor dem Nichts zu stehen, unser Zuhause, die Sicherheit und die Geborgenheit zu verlieren.

Nachdenklich und tief beeindruckt bedanken wir uns bei Herrn Siemon und Herrn Kling für diese intensive Begegnung. (Sk)

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