Erasmus plus

Was ist eigentlich „Erasmus plus“?

Das Programm „Erasmus plus“ ist vor allem ein EU-Bildungsprogramm für die Jugend, das den europäischen Gedanken weitertragen möchte. Ziele sind das interkulturelle Lernen sowie die Verknüpfung von Lerninhalten, -methoden und –kompetenzen, wie sie in den jeweiligen Partnerschulen vermittelt werden.

„Erasmus +“ zählt wie die (früheren) „Comenius-Schulpartnerschaften“  zu den sogenannten „Strategischen Partnerschaften“, die außer der EU auch der „Pädagogische Austauschdienst“  als nationale Agentur durch Vertragsabschluss mit der entsprechenden Schule unterstützt.

Im Gegensatz zum „Comenius-Projekt“, das ganze Schülergruppen fördert, bietet „Erasmus +“ zusätzliche Kurz- und Langzeitmobilitäten für einzelne Schüler.

 Was bedeutet die Teilnahme unserer Schule an „Erasmus plus“ nun für euch Schülerinnen und Schüler?

 

Ihr habt die große Chance, in der E- Phase, bei besonderem Wunsch aber auch in der Q-Phase im Winterhalbjahr drei Monate in Padua in einer italienischen Gastfamilie zu leben und am Unterricht unseres Austausch- Gymnasiums vor Ort teilzunehmen, dabei Italienisch (und Spanisch) zu lernen, in eine andere Kultur einzutauchen, Selbstständigkeit zu erproben, selbstbewusster, offener und weltgewandter zu werden und, vor allem, neue Freundschaften zu knüpfen, die durchaus ein Leben lang halten können.

 Unsere italienische Partnerschule in der wunderschönen, beeindruckenden Stadt Padua heißt „Istituto di Instruzione Superiore Pietro Scalcerle“und ist als solche auch im Internet zu finden. 

Ihr würdet, selbstverständlich. im Frühjahr des folgenden Jahres für ebenfalls drei Monate euren Gegenbesuch aus Italien empfangen.

Wieso Padua?

Im vergangenen Jahr hat uns unsere aus dem Netzwerk bekannte italienische Schule in Padua auch zur Teilnahme an „Erasmus +“ eingeladen. Diese Einladung haben wir sehr gern angenommen, denn es bestehen schon lange Freundschaften zwischen Schülern, Lehrern und den beiden Direktoren. Unsere italienischen Austauschschülerinnen und -schüler lernen auch in Italien schon in der Schule Deutsch. Leider ist es bei uns (noch) nicht möglich, Italienisch als Unterrichtsfach zu belegen. Ihr werdet aber, bevor ihr nach Padua geht, an einem Italienisch-Sprachkurs teilnehmen, der sogar von der EU finanziert wird.  

Eine Schule in Madrid wird hinzukommen

In der nächsten Austauschphase (2016/2017 und 2017/2018) wird auch ein Gymnasium aus Madrid am „Erasmus +“-Projekt mit uns teilnehmen. Diese Schule heißt I.E.S. José Saramago Arganda Del Rey Esund war bereits die spanische Partnerschule unseres Gymnasiums in Padua. Auch sie ist im Internet zu finden.

In dieser nächsten Phase des Projektes sollen also zwei Schüler aus Fritzlar nach Madrid entsandt werden. Außerdem wird die spanische Schule eine Deutsch-AG einrichten für die beiden Schüler, die aus Madrid zu uns kommen werden. Bisher ist Deutsch in Spanien fast nirgends Unterrichtsfach.

Oben von links nach rechts:  Rita Gerhold ( Fritzlar), der Schulleiter José Fernández Medina, der Stellvertreter Javier Valverde Cabrero,  María Teresa Nuño; Mara Faggin (Padua) und Ulrike Kleiner; unten links: Ana Taboda Sánchez

Welche Lehrerinnen und Lehrer nehmen am Projekt teil?

Dieses Jahr im Mai trafen sich vier Lehrerinnen in Madrid, um die Erweiterung des Austausches zwischen Fritzlar und Madrid endgültig zu beschließen. Das waren Frau Faggin aus Padua, Frau Taboda aus Madrid und Frau Kleiner und Frau Gerhold aus Fritzlar. Frau Hellmerichs und Frau Maggia (Padua) waren leider verhindert, haben aber in den Monaten zuvor entscheidend zur Realisierung des Projektes beigetragen. Hauptverantwortliche  für „Erasmus +“ sind Frau Taboda, Frau Faggin und Frau Gerhold. Für das Netzwerk wird weiterhin Herr Dias zuständig sein. Unsere spanische Schule wird aber leider erst einmal nicht am Netzwerk teilnehmen können, da sie als Hauptstadt-Schule so viele andere Projekte durchführt, die sie erst zu Ende bringen möchte. (Die Laufzeit für EU-Projekte dieser Art betragen in der Regel zwei Jahre. Nach zwei Jahren muss ein neuer Antrag gestellt werden.)

Die beiden Direktoren, die sich mit Herrn Dr. von Nathusius gemeinsam sehr für das Projekt engagieren, heißen Herr Pavanini (Padua) und Herr Fernández (Spanien).

Welche Schüler haben den Austausch bisher genutzt, und welche werden es im nächsten Schuljahr tun?

Lara Siekmann war die erste Schülerin der KHS, die sehr erfolgreich und mit großer Freude am Austausch mit Padua teilnahm. Ihre Austauschpartnerin war Benedetta Nardi, die sie von Ende Januar bis Ende April 2015 besuchte. Mit ihr kam Roberto Masetti nach Fritzlar, der von  Familie Albert (Leonie und Yanik) aufgenommen wurde. Sie haben alle eine sehr schöne Zeit miteinander erlebt. Ihr habt sie ja im Unterricht kennengelernt oder sie vor der versammelten Schülerschaft über ihre Aufenthalte erzählen hören. Robertos Bericht über seine Zeit in Fritzlar wird im nächsten Jahrbuch der Schule nachzulesen sein.

Im nächsten Schuljahr, in der Zeit vom 20. September bis zum 21. Dezember 2015, werden drei Schülerinnen der KHS nach Padua gehen, und zwar Lisa Stawinski und Katharina Matys in der E-Phase und Marcelina Opitz in der Q-Phase. Sie sind gerade dabei, eifrig Italienisch zu lernen. Marcelina wird bei Roberto Masettis Familie wohnen.

Von oben links: Roberto Masetti, Benedetta Nardi, Yannik und Leonie Albert, Lara Siekmann. (Austausch 2014-2015)

Verpasse ich Lernstoff, wenn ich nach Padua gehe?

Diese Frage stellen sich alle Schüler, auch, wenn sie so mutig sind, am Austausch teilzunehmen. Natürlich verpasst man Lernstoff. Die Frage ist nur, ob man ihn nicht aufholen kann und was man andererseits dazulernt. Was ist wichtiger – die persönliche Entwicklung, die Chance und Zeit, ein anderes Land kennenzulernen oder der eine oder andere Punkt mehr in einem bestimmten Fach für einen Moment? Engagierte Schüler werden einen Weg finden, ohne, dass sie gleich ein Schuljahr wiederholen müssen. Man besucht ja auch in Padua die Schule und sollte in jener Zeit auf Freunde oder Kursteilnehmer/innen in Deutschland zählen können, die Aufgaben aufschreiben und, z.B., Inhalte (in der Form von Nachhilfe) nach dem Austausch vermitteln können. Dadurch lernen jene ja auch dazu. Vielleicht können auch die Eltern helfen. Drei Monate sind keine Ewigkeit, und dazwischen liegen die Weihnachtsferien und das Ende des Schuljahres, was einem ermöglicht, den Kontakt  zu den Lehrerinnen und Lehrern zu suchen. Das könnt ihr, übrigens, auch schon vorher, über Email. Wer begeistert ist, wird schneller arbeiten und lernen.

 (Fotos über das Projekt sind demnächst in einem Fotoalbum Frau Gerholds einsehbar. Bitte nachfragen! So müssen sie nicht öffentlich ins Netz gesetzt werden, falls manche lieber anonym bleiben wollen.  Wichtige Nachrichten über das Projekt erscheinen demnächst auf dieser Homepage.)

(Text: R. Gerhold, 22. 07. 2015)

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